Office EOL – Was Arztpraxen jetzt wissen müssen
Ende von Office 2016 & 2019 im Oktober 2025, Office 2021 im Oktober 2026
Microsoft zieht den Support für ältere Office-Versionen Schritt für Schritt zurück:
Office 2016 Standard & Professional → End of Life (EOL) am 14. Oktober 2025
Office 2019 Standard & Professional → EOL ebenfalls am 14. Oktober 2025
Office 2021 Standard & Professional → EOL am 13. Oktober 2026
Nach dem EOL gibt es keine Sicherheitsupdates mehr – und das ist gerade für Arztpraxen mit sensiblen Patientendaten ein hohes Risiko.
Welche Optionen gibt es für Arztpraxen, die kein Office 365 wollen?
Nicht jede Praxis möchte ein Abo-Modell wie Microsoft 365 (früher Office 365) nutzen. Gründe können Datenschutzbedenken, Kostenplanung oder eine bestehende IT-Infrastruktur sein.
Alternativen:
Microsoft Office 2024 (Kaufversion)
- Einmalige Lizenzkosten, keine jährlichen Abo-Gebühren
- Funktioniert lokal ohne Cloud-Anbindung
- Sicherheitsupdates bis zum EOL (vermutlich 2030)
- Keine neuen Funktionen nach Kauf – nur Sicherheitsupdates
- Ggf. keine vollständige Integration neuer Microsoft-Cloud-Dienste
LibreOffice oder OpenOffice
- Kostenlos und lokal nutzbar
- Keine vollständige Kompatibilität zu allen Word/Excel/PowerPoint-Dateien
- Eingeschränkter Funktionsumfang, besonders bei komplexen Vorlagen
Office 365 (nur Apps, ohne Exchange)
- Abo, aber ohne Cloud-Postfach
- Weiter unten erkläre ich, wie das funktioniert
Vorteile & Nachteile von Microsoft 365 (Abo) für Arztpraxen
Vorteile
- Immer aktuelle Versionen von Word, Excel, PowerPoint, Outlook
- Sicherheitsupdates sofort nach Erscheinen
- Nutzung auf mehreren Geräten pro Benutzer (PC, Laptop, Tablet, Smartphone)
- Optional Exchange Online für E-Mail, Kalender, Kontakte (DSGVO-konform bei deutscher/EU-Datenhaltung)
- Integration mit Microsoft Teams und OneDrive (bei Bedarf)
Nachteile
- Abo-Modell: laufende monatliche oder jährliche Kosten
- Teilweise Cloud-Anbindung erforderlich (bei Exchange und OneDrive)
- Datenschutz- und Compliance-Fragen (Cloud in der Arztpraxis sensibel prüfen)
- Bei Kündigung: Software darf nicht weiter genutzt werden
Ist Microsoft 365 überhaupt eine Option für Arztpraxen?
Ja – unter bestimmten Bedingungen:
- Datenschutz prüfen: Datenhaltung in EU-Rechenzentren (Frankfurt, Berlin) sicherstellen
- Berechtigungen & Zugriffskontrolle einrichten
- Keine Speicherung von Patientendaten in der Cloud, falls nicht notwendig
- Offline-Nutzung: Möglich, wenn nur die Desktop-Apps genutzt werden und keine Cloud-Dienste aktiviert sind
Kann man Office 365 auch ohne Exchange nutzen?
Ja – das ist möglich.
Microsoft bietet den „Microsoft 365 Apps for business“ bzw. „Microsoft 365 Apps for enterprise“ Tarif an:
- Enthält nur die Office-Desktop-Apps (Word, Excel, PowerPoint, Outlook)
- Kein Exchange-Postfach, kein OneDrive-Zwang
- Funktioniert lokal, Daten bleiben in der Praxis-IT
- Installation & Aktivierung erfordern ein Microsoft-Konto (oder Azure AD-Konto), danach kann Offline gearbeitet werden
So geht’s:
- Tarif „Microsoft 365 Apps for business“ oder „Apps for enterprise“ wählen
- Installation auf Praxis-PCs
- Cloud-Funktionen deaktivieren (OneDrive-Sync abschalten, AutoSave deaktivieren)
- Eigene E-Mail-Lösung (z. B. Praxisserver, gehosteter Mailserver) weiter nutzen
Worauf sollten Arztpraxen achten – mit oder ohne Exchange?
- Lizenzmodell klar festlegen (Abo oder Kaufversion)
- Datenschutzkonzept prüfen – besonders bei Cloud-Diensten
- Updates sicherstellen – bei Kaufversion manuell, bei Abo automatisch
- E-Mail-Archivierung & Compliance – bei Exchange-Postfächern gesetzliche Anforderungen (GoBD, DSGVO) einhalten
- Backup: Auch Cloud-Daten regelmäßig lokal sichern (z. B. mit Drittanbieter-Backup-Lösungen)
Fazit:
Für viele Arztpraxen, die kein Cloud-Exchange wollen, ist Office 2024 oder Microsoft 365 Apps (ohne Exchange) eine gute Wahl.
Wer maximale Flexibilität und Sicherheit will, aber Cloud-Risiken minimieren möchte, kann Microsoft 365 auch rein lokal nutzen – vorausgesetzt, die Konfiguration stimmt.



